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Denkmal-Wuppertal.de
Es gibt nichts auf der Welt, was so unsichtbar wäre wie Denkmäler.
(R. Musil)

Sonntag, 6. Juli 2014

Gedenkplakette zum NRW-Tag

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Unten rechts, im Vergleich zum Figurenschmuck des Rathauses unscheinbar, die Plakette zum NRW-Tag.
Vom 29. bis zum 31. August 2008 war Wuppertal einmal die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens, denn die Stadt war stolze Gastgeberin des NRW-Tags. Aus diesem Anlass bekam sie, wie vor wenigen Tagen Bielefeld, vom Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers die NRW-Tag-Plakette überreicht.[1] Sie hängt heute am Eingang des Barmer Rathauses und zeigt neben dem Umriss des Bundeslandes und dem Wappen die Inschrift:

Donnerstag, 3. Juli 2014

"Eine Veranstaltung, die in ihrer Absurdität und Skurrilität ihres gleichen sucht. " Ein Gastbeitrag zum neuen Engels-Denkmal

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Aktuell wird es immer noch heiß diskutiert, das neue Friedrich-Engels-Denkmal, heute zum Beispiel in der Westdeutschen Zeitung: Engels-Statue: „Das ist weder Kunst noch ein Denkmal“. Auch die Wuppertaler Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft hat sich bereits eindeutig kritisch geäußert: 
"Eine "Ehrung" Engels vom Vertreter einer Diktatur, die mit allen Mitteln freie Meinungen unterdrückt, ist nicht nur eine allgemeine Verhöhnung der wichtigsten Werte, die für alle Menschen gleichermaßen gelten, sondern auch eine Verhöhnung eines Mannes, den man zu ehren vorgibt, der aber selbst erst durch  die Möglichkeit und Nutzung der freien Meinungsäußerung zu dem werden konnte, was er später war. Dafür würde er heute in China inhaftiert - so der Vorsitzende der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft."
An dieser Stelle erscheint deshalb ein Gastbeitrag von Christopher Reinbothe, der sich mit der Einweihung des Denkmals auseinandersetzt:

"Engels für Wuppertal

China's Geschenk


Am Mittwoch ist in Wuppertal eine vier Meter hohe Bronzeskulptur eingeweiht worden: Ein Geschenk.

Die Volksrepublik China schenkt der Geburtsstadt von Friedrich Engels eine Plastik. Ein Abbild des großen Philosophen. Am 11. Juni war es also soweit: Großer Bahnhof für einen großen Sohn dieser Stadt. Als guter Kommunist habe ich mir natürlich frei genommen. Dieses Schauspiel wollte ich mir nicht entgehen lassen — es hat sich tatsächlich gelohnt! Eine Veranstaltung, die in ihrer Absurdität und Skurrilität ihres gleichen sucht. Deren Vielschichtigkeit in politischen, historischen und philosophischen Fragen kaum zu begreifen ist. Beginnend mit einem scheinbar überproportionalen Polizeiaufgebot und nicht einmal einer Hand voll (offensichtlicher) Demonstranten: Tibet, natürlich. Von den angekündigten Ai-Wei-Wei-Anhängern fehlte jede Spur. Zumindest habe ich niemanden gesehen. Zu sehen war allerdings ein Großteil der Wuppertaler Politprominenz — einhellig aller Couleur. Vornhingestellt: der Ober-meister Herr Jung, der sich in einer Danksagung versuchte — dabei allerdings kläglich scheiterte.
Engels schwebt über Journalisten. (c) Christopher Reinbothe

In einem von Oberflächlichkeit geprägten Geplänkel ließ er es sich nicht nehmen anzumerken, dass man Herrn Engels bei uns immer mal wieder auch »durchaus kritisch« beäugt habe und beäuge. Vor dem Hintergrund der Verhältnisse ›damals‹ wären seine Thesen wohl vertretbar gewesen, doch heute sind die Arbeitsbedingungen doch besser — ›jetzt‹ und ›hier‹ bei uns. Und obwohl offen gelassen wurde, ob die Verhältnisse ›dort‹ schlechter sind und wo genau dieses ›dort‹ denn sein sollte, trat man mit diesen spärlich verpackten Anspielungen den edlen Spendern in meinen Augen entschieden zu nah — oder nicht nah genug? Wie dem auch sei: die Delegation lächelte tapfer weiter — wie es so ihre milde Art ist. Herr Jung wollte eine Lanze für die soziale Marktwirtschaft brechen: »Es ist nicht alles schlecht! Wir brauchen diesen Engels doch bei uns gar nicht.« Es klang wie eine billige Rechtfertigung: Warum und wieso man — er! — sich nicht mit den Theorien eines Marx und Engels beschäftigen muss. Im Engelsgarten machte sich Ratlosigkeit breit: sollten die Chinesen ihre Statue wieder einpacken? Hier würde sie allem Anschein nach tatsächlich nicht benötigt.
Einen Ausweg aus der aussichtslosen Position, in die er sich (gedankenlos, unwissentlich, trotzig?) manövriert hatte, suchte er dann in der Wirtschaft und, auch wenn man sich dort mit den folgenden chinesischen Rednern traf, eigentlich ist es traurig.
Ein Friedrich Engels hat soviel mehr verdient als Plattitüden, die bezeugen, dass sich jemand — er! — noch nie mit dem außerordentlichen Leben auseinandergesetzt hat. Es war, als ob ein Blinder vom Farbfernsehen spricht. Aber was sollte man von einem wertkonservativen Politiker mehr erwarten? Er war geradezu dazu angetreten das Klischee der Ablehnung allen linken Gedankengutes zu betonieren. Doch zumindest etwas mehr Wert, wenn es denn schon konservativ sein musste, hätte ich mir gewünscht. Mehrwert. Wertschätzung: Des Geehrten, der Gäste, der Wohltäter. Von denen traten nun gleich drei an, um zu reden, aber auch hier blieb es nett oberflächlich. Wahrscheinlich auch der Sprachbarriere geschuldet, wich man immer wieder auf die sich anbahnenden Touristen und die Stärkung der guten wirtschaftlichen Beziehungen aus.

Einzig der Künstler — Prof. Dr. Zeng — wagte sich etwas weiter vor. Er betonte seinen Gruß an die Bürger und versuchte wenigstens kurz zu umreißen was den Reiz eines Engels in China ausmacht: Wahrgenommen als Universalgelehrter vergleichbar mit unseren Herren Goethe und Schiller sehen wir im Engelsgarten kein Abbild des Fabrikantensohn aus Barmen. Kein Schnappschuss aus dem bewegten Leben des Revolutionärs und Gesellschaftstheoretikers. Viel mehr steht dort ein Mythos: Ein chinesischer Siegfried. Ein bergischer Buddha. In den asiatischen Kulturen ist der Übergang zwischen realer Geschichte und fantastischer Erzählung viel fließender, als in unserem Kulturkreis. Unser penibler Wahn mühselig Realität von Fiktion zu trennen versperrt uns an dieser Stelle einen Zugang. Dieser knapp vier Meter hohe Titan ist die Geschichte eines deutschen Denkers und Revolutionärs, die gen Osten erzählt und dort weitergetragen wurde. Eine Sage für die räumliche Entfernung keine Rolle spielt, sondern die auch einem Meister Zeng als Kindheitsheld erhalten geblieben ist. Dieser alte Weise kann und will seine asiatischen Einflüsse nicht leugnen: sei es die markante Form der Augen und Wangenknochen oder sein Gewand. Engels selbst war nie in China, sein Geist — sein Abbild — ist immer dort und wird dort weitergesponnen.

Sein — durch sein Erleben im Deutschland des 19. Jahrhunderts geprägtes — Leben hat nicht nur in Europa, sondern in Asien und auf der ganzen Welt das Denken und Leben vieler anderer Menschen bis heute beeinflusst. Und auch wenn sich ein Herr Jung dagegen sträuben mag: ohne Engels und Marx und ihre Schriften wären die Arbeitsbedingungen heute hier noch lange nicht so gut. Laut der Welt ist »Historisches Bewusstsein […] das hehre Ideal, für das [Museumsleiter] Illner brennt«, vielleicht sollte er beim OB etwas Nachhilfe geben. Wenn wir Engels nicht gedenken und bewusst weiterdenken, dann werden wir in Zukunft nicht bestehen!
Denn auch wenn ein chinesisches Sprichwort besagt ›Nur großartige Orte (wie Wuppertal) können großartige Menschen (wie Engels) hervorbringen.‹ sollten wir dies nicht als gegeben hinnehmen, sondern daran arbeiten seinem Beispiel zu folgen.

(CC BY-NC-SA 3.0 DE)

Sonntag, 29. Juni 2014

Friedrich-Engels-Denkmal

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Das Friedrich-Engels-Denkmal im Engels-Garten.
Zum dritten Mal seit 1958 gedachte die Stadt Wuppertal vor wenigen Tagen ihrem großen Sohn Friedrich Engels. Und zum dritten Mal ist es der gleiche Ort, der Engelsgarten, in dem bereits ein Gedenkstein (1958) und eine Skulptur (1981) an den Philosophen und Kompagnon von Karl Marx erinnern. Natürlich ist dies kein Zufall, stand dort, neben dem Opernhaus, doch bis zu seiner Zerstörung das Geburtshaus Engels' und dort steht heute das Engels-Haus, das Verwandten gehörte und den Krieg überlebte. Doch genau genommen ist es gar nicht die Stadt Wuppertal, die erinnert und gedenkt, es ist die ungleich größere Volksrepublik China, die der Stadt dieses monumentale Geschenk gemacht hat. Friedrich Engels ist in der kommunistischen Volksrepublik bis heute ein Held und als Ma Kai, Mitglied des Zentralkomittees der Kommunistischen Partei Chinas und stellvertretender Ministerpräsident, am 28. November 2010 zu Gast im Historischen Zentrum war, wurde der erste Kontakt geknüpft und die Idee geboren.

Samstag, 21. Juni 2014

Gedenkstele Rheinischer Jakobsweg

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Die erste Stele im Hof vor der Beyenburger Kirche.
Am 13. Juni 1999 - dem Tag der Europawahl - wurde in Beyenburg an der Klosterkirche St. Maria Magdalena eine Stele aus Stahl eingeweiht, die den Beginn des Rheinischen Jakobswegs von Beyenburg nach Aachen markiert. Im selben Jahr, nach Abschluss von Bauarbeiten, wurde eine zweite -identische- Stele auf dem Friedhof Steinhaus aufgestellt. Verantwortlich für die Errichtung waren die Stadt Wuppertal, der Landschaftsverband Rheinland, die deutsche St. Jakobus-Gesellschaft und der Europarat. Vorgenommen wurde die Einweihung von Bürgermeister Hermann-Josef Richter, der gleich veranlasste, dass die Stele einen freieren Standort bekam, damit alle Logos der Beteiligten zu sehen sind, ohne dass man in Büsche kriechen muss. 21 weitere Stelen zieren nun den Weg, der aus dem westfälischen Dortmund kommend von Beyenburg über Lennep, Wermelskirchen, Burscheid, Dünnwald, Köln, Brauweiler, Kerpen, Düren und Kornelimünster nach Aachen führt. Die Reise auf dem Jakobsweg geht von dort über Paris, Tours, Ostabat bis an sein Ende, nach Santiago de Compostela.[1]

Sonntag, 15. Juni 2014

Helene-Stöcker-Denkmal

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Das Helene-Stöcker-Denkmal vor der VHS.
Am 30. Mai 2014 wurde vor der Volkshochschule in der Auer Schulstraße von Oberbürgermeister Peter Jung ein Denkmal eingeweiht, das Helene Stöcker gewidmet ist. Eine eher unbekannte Person wird hier sichtbar gemacht - im Gegensatz zu Husch-Husch oder Friedrich Engels, die ebenfalls in Bronze gegossen nun im Stadtbild ihren Platz erhalten haben.[1]
Dr. Helene Stöcker.
Am 13. November 1869 wurde Helene Stöcker in Elberfeld geboren, ihre Eltern waren der Textilfabrikant Ludwig Stöcker und seiner Frau Hulda. Von 1879 bis 1889 besuchte sie die städtische Höhere-Töchter-Schule, ab 1892 absolvierte sie ein Lehrerinnenseminar in Berlin und trat dort der Deutschen Friedensgesellschaft bei, die von Bertha von Suttner gegründet worden war. Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Lehrerinnenseminar veröffentlichte sie 1893 ihren ersten Aufsatz und entwickelte das Leitbild einer selbstbewußten, wirtschaftlich unabhängigen und dem Mann in keiner Weise untergeordneten Frau. 1896 begann sie, nachdem dies nun möglich war, ein Studium der Literaturgeschichte, Philosophie und Nationalökonomie und gründete den "Verein Studierender Frauen". Ihr Studium beendete sie nach einer Zwischenstation in Glasgow 1898/99 im Jahr 1901 an der Universität Bern mit der Promotion.

Samstag, 7. Juni 2014

Husch-Husch-Denkmal (Peter-Held-Denkmal) (2000)

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Im Jahr vor der Jahrtausendwende entschied sich Horst Volmer, nachdem er zuvor das Hofeshaus Lütterkus-Heidt von 1590 und die Kornmühle in Unterbarmen restauriert und vor dem Verfall gerettet hatte, nun etwas Neues zu schaffen. Die Überlegungen, ein Denkmal für den Garten des Hofeshauses zu stiften, mündeten schließlich in der Idee ein Wuppertaler Original zu ehren: Peter Held, alias Husch-Husch. Horst Volmer hatte den von 1886-1953 in Wuppertal lebenden Peter Held noch selbst gesehen und ihm den Spottnamen Husch-Husch hinterhergerufen - wie es die Bengel oft taten, um den stadtbekannten Peter Held zu ärgern. Peter Held war ein Stadtstreicher und Hausierer, er verkaufte Kurzwaren wie Schnürsenkel, die er in einem großen Margarine-Karton transportierte und verdiente sich auch den ein oder anderen Groschen dadurch, dass er nicht ausfallend wurde. Wuppertaler Original oder Penner und Schandfleck - die Meinungen zu Peter Held sind und waren immer geteilt.
Husch-Husch im sommerlichen Dickicht eines Gartens im Barmer Süden.

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