Deutsche Tinnitus-Liga

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Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) mit Sitz in Wuppertal vertritt als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation die Interessen der Patienten mit Tinnitus, Hörsturz, Hyperakusis, Morbus Menière und sonstigen Hörbeeinträchtigungen sowie ihrer Angehörigen.

Unter den rund 11.000 Mitgliedern sind auch ca. 500 Fachleute wie Wissenschaftler, HNO-Ärzte, Hörakustiker, Psychologen und Therapeuten als fördernde Mitglieder, von deren Kenntnissen und Erfahrungen die Betroffenen profitieren. Außerdem werden rund 80 Selbsthilfegruppen in Deutschland durch die DTL betreut, die 1986 in Wuppertal gegründet wurde.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein bietet unter anderem individuelle Beratungen durch Experten zu persönlichen, therapeutischen oder sozialrechtlichen Fragen in Form von Arzt-, Psychologen- und Anwaltssprechstunden. Weiterhin werden die Mitglieder bei der Therapiewahl unterstützt und es werden für sie Adressen von Ärzten und Therapeuten bereitgestellt. Der Verein gibt auch Tipps für ein aktives und selbstbestimmtes Leben. Ihre Mitglieder erhalten Informationen zum aktuellen Stand der Wissenschaft und zu neuen Therapien durch die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift Tinnitus-Forum sowie durch spezielle Mitgliederinfos und Broschüren. Weiterhin klärt der Verein in Veranstaltungen über die Tinnitus-Symptomatik auf. In den rund 80 Selbsthilfegruppen bundesweit können sich die Betroffenen mit anderen Betroffenen austauschen. Außerdem finden Seminare für Ehrenamtliche der DTL und Gruppensprecher zur Qualifizierung statt. Die DTL beteiligt sich darüber hinaus an gesundheitspolitischen Diskursen und ist in verschiedenen Gremien wie dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) als themenbezogene Vertretung präsent.

Philosophie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein vertritt als bundesweiter Zusammenschluss die Interessen der Gesamtheit der von Tinnitus, Morbus Menière, Hörsturz und von Schwerhörigkeit betroffenen Menschen unabhängig von parteipolitischen oder konfessionellen Bindungen als freier Selbsthilfe-Verband. Diese Interessensvertretung erfolgt auf der Basis umfassender demokratischer Willensbildungsprozesse und orientiert sich in ihrer Aufgabe allein an den Anliegen der Betroffenen.

Der Verein beabsichtigt, die Situation der Betroffenen in gesundheitlicher, gesellschaftlicher und rechtlicher Hinsicht zu verbessern; informiert die Bevölkerung, insbesondere die Betroffenen und bietet entsprechende Aufklärung; fördert Forschung, Lehre und Ausbildung, um den Wissensstand bei Tinnitus zu verbessern und zu verbreiten; will das Hören an sich und die damit verbundenen erstaunlichen Fähigkeiten des Gehörsinns stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken, um der Entstehung von Ohrgeräuschen und Schwerhörigkeit durch Präventivmaßnahmen entgegenzuwirken; berät ihre Mitglieder in persönlichen, fachlichen und sozialrechtlichen Fragen, auch mithilfe von Fördermitgliedern und befreundeten Fachleuten; bietet Entscheidungshilfen bei der Therapie- und Klinikwahl; fördert den Erfahrungsaustausch der Betroffenen untereinander: in Selbsthilfegruppen oder über ihre Zeitschrift Tinnitus-Forum.

Studien und Beteiligung an Leitlinienkommissionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein ist außerdem über den Fachlichen Beirat und die fachlichen Fördermitglieder in Wissenschaft und Medizin vernetzt. So gehören Mitglieder des Fachlichen Beirats unter anderem auch den Leitlinienkommissionen für Hörsturz[1][2] und Tinnitus[3] an. Die DTL führt zudem regelmäßig Studien zu den Themen Tinnitus[4][5][6] und Selbsthilfe[7] durch beziehungsweise beteiligt sich an Studien[8].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. S1-Leitlinie Hörsturz, Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Januar 2014. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 017/010
  2. G. Hesse: Neue Leitlinie zur Behandlung des Hörsturzes. Bedeutung für Patienten und behandelnde Kassenärzte. In: Tinnitus-Forum 1/2014
  3. S3-Leitlinie Chronischer Tinnitus der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 017/064 (Stand 2015)
  4. M. Pilgramm, R. Rychlik, H. Lebisch, H. Siedentop, G. Goebel, D. Kirchhoff: Tinnitus in der Bundesrepublik Deutschland – eine repräsentative epidemiologische Studie. In: HNO aktuell 7:261-265 (1999)
  5. G. Goebel, W. Hiller: Tinnitus ist nicht gleich Tinnitus: Ergebnisse der DTL-Mitglieder-Befragung 2004. Sonderdruck 2006. Herausgeber und Verleger: Deutsche Tinnitus-Liga e. V.
  6. W. Delb, E. Wallhäußer-Franke: Ergebnisse der Fragebogenstudie „Determinanten tinnitusbezogener Belastung“. Eine Fragebogenstudie unter 4705 Mitgliedern der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. In: Tinnitus-Forum 3/2011, Tinnitus-Forum 4/2011 und Tinnitus-Forum 1/2012
  7. C. Kofahl, G. Goebel: Ergebnisse der Studie „Evaluation der Wirksamkeit von Selbsthilfegruppenarbeit in der Deutschen Tinnitus-Liga e. V.“ In: Tinnitus-Forum 2/2014 und Tinnitus-Forum 4/2014
  8. C. Kofahl, S. Werner, O. von dem Knesebeck, M.-L. Dierks, G. Seidel, J. Weber, S. Kramer, M. Haack, F. Langenhorst, F. Schulz-Nieswandt, S. Nickel: Gesundheitsbezogene Selbsthilfe in Deutschland – Entwicklungen, Wirkungen, Perspektiven (SHILD)

Koordinaten: 51° 13′ 47,7″ N, 7° 12′ 33,1″ O